Das Solarthermie-Jahrbuch 2021, das in diesem Frühjahr zum dritten Mal erscheint, fasst die aktuelle Entwicklung zusammen, stellt Leuchtturmprojekte vor und skizziert zukünftige Energieversorgungskonzepte für klimaneutrale Quartiere.

Im Solarthermie-Jahrbuch „Solare Wärme“, das in diesem Frühjahr zum dritten Mal erscheint, spielt die Solararchitektur eine wichtige Rolle. Die optisch ansprechende Integration der Solarkollektoren in die Gebäudehülle sollte zwar inzwischen selbstverständlich sein, aber noch immer werden zu viele Solaranlagen lieblos aufs Dach geschraubt.

Nur wenn die Solararchitektur den Anspruch einer ganzheitlichen Betrachtungsweise erfüllt, dann kann sie sich durchsetzen. Als bloßes Anhängsel oder als „Briefmarke auf dem Dach“ konkurriert sie mit anderen Dingen, die nicht unbedingt so sinnvoll sind wie die regenerative Wärmeversorgung, für die aber dennoch viel Geld ausgegeben wird, weil sie attraktiver erscheinen als eine stiefmütterlich installierte Solaranlage: Ein Swimmingpool, ein Wintergarten oder eine Küche mit allem möglichen Schnickschnack.

Leuchturmprojekte

Zu sehen ist der Aquahotel Turm, ein Leuchturnprojekt aus dem Solarthermie-Jahrbuch 2021
Foto: Norman Räffle

Im Solarthermie-Jahrbuch 2021 werden deshalb auch diesmal Leuchtturmprojekte vorgestellt, die sich sowohl durch eine durchdachte Energieversorgung als auch durch eine ansprechende Architektur auszeichnen. Zum Beispiel das Aquahotel in Radolfzell, das aus einem ehemaligen Wasserturm entstand. Oder das Studentenwohnheim in Dornbirn, in dessen Energiedach die solarthermischen und photovoltaischen Elemente so eingebaut sind, dass es wie eine homogene, geschlossene Fläche aussieht, die nur durch die Dachfenster unterbrochen wird. Ein anderes Beispiel ist der Luftkollektor, der in die Fassade der Großglocknerhütte integriert ist und das Innere mit temperierter Frischluft versorgt.

Aber Leuchtturmprojekte kann sich nicht jeder leisten. Wenn die Solarthermie möglichst viele Gebäude mit Wärme versorgen soll, dann muss die Architektur eine preisgünstige Bauweise ermöglichen, die sich an die örtlichen Gegebenheiten anpasst und auch auf bestehende Bebauungspläne Rücksicht nimmt. Hemmnisse, die normalerweise dafür sorgen, dass die Entscheidung doch wieder auf eine konventionelle Bauweise fällt, gilt es zu überwinden. Im Jahrbuch findet man das Beispiel eines Einfamilienhauses in München, das sich in die Optik der Siedlung einfügen musste. Bauform und Dachausrichtung heben sich nicht von den Nachbarhäusern ab. Dennoch war ein Solardach möglich, das thermische und elektrische Energiegewinnung vereint.

Ein anderes Beispiel für eine Bauweise, die den praktischen Nutzen betont, findet man in Wilhelmshaven. Weil ein Mehrfamilienhaus in der Regel nicht genügend Dachfläche hat, um genügend Strom und Wärme für die Bewohner zu erzeugen, wurden zusätzlich Solarkollektoren an den Balkonbrüstungen und an der Fassade installiert, die das Erscheinungsbild aufwerten.

Um den Ausbau der Solarenergie zu forcieren, sind aber nicht nur die Architekten gefragt. Sondern wir brauchen auch Ideen und Konzepte für die Energieversorgung, damit umweltfreundliche Wärme- und Stromsysteme so kombiniert werden, dass sie die solare Energie möglichst effektiv ausnutzen.

Solare Energieversorgungskonzepte für klimaneutrale Gebäude und Städte

Deshalb arbeiten deutsche und österreichische Partner aus Forschung und Industrie gemeinsam am Projekt „Sol4City„, um integrierte solare Energieversorgungskonzepte für klimaneutrale Gebäude und Städte zu entwickeln. Am Beispiel zweier Projekte in Weinstadt und Ludwigsburg demonstriert die Arbeitsgruppe, wie diese Gebäude und Siedlungen aussehen könnten. Das solare Energieversorgungskonzept in Weinstadt basiert auf einer hydraulischen Verschaltung der zentralen Komponenten (Sole-Waser-Wärmepumpe, Eisspeicher, PVT-Kollektoren), die durch verschiedene Betriebsarten zu einer ganzjährigen effektiven Nutzung von Solarstrahlung und Umweltwärme führen sollen.

Im Quartier in Ludwigsburg kommen dezentrale Sole-Wasser-Wärmepumpen zum Einsatz, die über ein kaltes Nahwärmenetz Energie aus einem zentralen Einsspeicher und einem zentralen solarthermischen Luft-Sole-Wärmeübertrager beziehen. Beide Konzepte werden im kommenden Solarthermie-Jahrbuch 2021 beschrieben.

Solare Wärme. Das Solarthermie-Jahrbuch“ erscheint am 22. März. Es kostet 12 € plus 2 € Porto und kann gegen Rechnung nebenstehenden Link bestellt werden.

unter dem nebenstehenden Link bestellt werden.

Ausgewählte Inhalte aus dem Solarthermie-Jahrbuch 2021:

25 Jahre Solarthermie-Forschungsförderung von Kerstin Krüger

Solarwärme-Speicher im Wärmennetz braucht Wärmepumpe

Solarthermie-Symposium: „Wir planen immer beide Optionen: physisch und digital“

Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Solarthermie-Jahrbuch 2021.